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Ankündigung von Zusatzbeiträgen

Die gesetzlichen Krankenkassen drohen mit einer Erhöhung des Beitrages von acht Euro pro Monat. Mit erhobenen Zeigefinger wird auch dem säumigen Zahler schon mitgeteilt, dass man zur Gehaltspfändung bereit wäre. An angeblichen Verlusten sollen die weniger gewordenen Bundeszuschüsse im neuen Gesundheitsfonds verantwortlich sein.

Nun möchte das Kartellamt die Preiserhöhungen der Krankenkassen prüfen. Ob etwas dabei raus kommt, bleibt abzuwarten. Jedenfalls sollte man keine allzu großen Erwartungen in diese Institution haben. Erinnert sei hier an die 10 Euro Praxisgebühr zur "Entlastung", die 2004 eingeführt wurde, die immer noch nicht reicht.

In den letzten Jahren wurden Milliardengewinne eingefahren, die zu großen Teilen der Verschuldung gewichen sind. Warum ein Land 161 gesetzliche und 50 private Krankenkassen haben muss, bleibt ein Rätsel. Zumal es eben so viele Geschäftsführer, Manager, Vorstände, Betriebsräte, Aufsichtsräte und vieles mehr beinhaltet. Dieser riesige Verwaltungsapparat verschlingt einen erheblichen Teil der Beitragszahler. Erinnert sei hier kurz an das Unglück, welches der Tsunami vor einigen Jahren brachte. Die Spendenbereitschaft war zum Glück riesengroß. Allerdings wurde nach einigen Wochen dazu aufgerufen, bitte für andere Zwecke zu spenden, da die Verwaltung des Geldes einen zu großen Aufwand hervorgebracht hat. Über 200 Krankenkassen sind definitiv zu viel. Dieses Abkassieren hat auch nichts mit freier Marktwirtschaft zu tun. Sollten es nur eine oder zwei Krankenkassen geben, so wäre viel Geld frei, um die Beiträge für alle niedrig zu halten und trotzdem eine ordentliche medizinische Versorgung zu gewährleisten. Zusätzlich wären die Menschen nicht in "Klassen" eingeteilt. Uns wird dieses menschenverachtende Denken immer wieder vorgeworfen. Doch sind wir es, die sich stark machen, für die gleiche Behandlung aller Patienten. Die Pharmaindustrie fährt noch mehr Gewinne ein für ihre Medikamente und der gesetzlich Versicherte muss aufgrund zu hoher Kosten schon unheimliches Glück haben, dem Chefarzt persönlich die Hand zu geben und mit ihm seine Krankheit besprechen zu können.

Der Kapitalismus zeigt hier wieder sein hässliches Gesicht. Der Mensch ist nur so viel Wert, wie er Geld bringt und nicht kostet. Der Wert des Menschen hängt beim Arzt von seiner Versichertenkarte ab. Privat oder gesetzlich versichert? Wie oft hat mancher diese Frage nicht schon gehört. Ist die Krankheit deshalb eine andere? Nein, nur der Mensch, der auf diese Karte reduziert wird.

 

Aktualisiert ( Sonntag, den 07. Februar 2010 um 13:05 Uhr )  

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