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Nur die Schuld der Banker?

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Die Banken sind zum Großteil pleite. Hypo Real Estate und die HSH NordBank müssen mit Milliardenbeträgen von der Regierung gestützt werden, um lebensfähig zu bleiben. Gingen sie pleite, würde das einen Dominoeffekt mit sich ziehen, der weitreichende wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme mit sich bringt, und die Menschheit noch weiter in den Abgrund treiben würden. Maßlose Gier, und jegliche verlorene Bodenhaftung der Bankmanager, aber auch die Jagd nach größtmöglicher Dividende der Anleger trieben die Wirtschaft in eine Krise, wie sie seit 1923 nicht mehr da war. Komplette Volkswirtschaften stehen vor dem Bankrott, wenn man zum Beispiel nach Griechenland, Irland oder Island schaut. Durch schmierige Tricks schafften es die Banken mit immer höheren Summen zu hantieren, die nun als so genanntes „Giftpapier" in den Bilanzen stecken.

Doch wessen Schuld ist es eigentlich, das es so weit gekommen ist? Ist es nur die Schuld der Banker und Anleger, oder ist das nicht auch die Schuld der jeweiligen Regierungen, die das zu verantworten haben? Es ist leider nicht ganz einfach nur zu sagen, dass die Banker schuldig sind, da sie nur den gesetzlichen Rahmen, der ihnen vorgegeben wurde, ausgeschöpft haben. So profitierten einzelne Bundesländer erheblich. Schleswig-Holstein und Hamburg zum Beispiel, haben durch den Handel ihrer HSH NordBank mit Derivaten und anderen Produkten ihren Etat um ein paar Millionen aufgestockt. Auch der Staat profitierte von der liberalen Gesetzgebung für Banken und durch die mangelnde Aufsicht. Diese mangelnde Aufsicht, für die der Staat verantwortlich war, ist ein Bestandteil dessen, was nun die Welt in die Krise treibt. Jetzt stehen Banken und ihre Manager im Fokus der gesellschaftlichen Diskussion. Ihre Bankhäuser müssen durch Milliardenkredite und Bürgschaften lebensfähig gehalten werden, und trotzdem besitzen sie die Frechheit, noch dicke Bonuszahlungen einzustreichen. Trotz riesiger Verluste wandern so Millionenbeträge auf Konten derjenigen, die die Krise zu verantworten haben. Dies ist in jedem Fall verwerflich und durch nichts zu rechtfertigen. Aber was in dieser Diskussion ganz vergessen wird, ist, dass die Banker eben nicht nur alleine schuld an der Misere sind, sondern eben jene liberale Gesetzgebung, die ihr tun erst ermöglichte. Es müsste also auch darüber diskutiert werden, ob die verantwortlichen Politiker auch zur Rechenschaft gezogen werden können. Denn sie tragen eine erhebliche Mitschuld, was heute leider nur selten bedacht wird. Auch sie kassieren erhebliche Begünstigungen. Und das ist davon unabhängig, ob ihr Handeln dem Volk nützt oder nicht. So sind sie also jenem Männer aus dem Bankhäuser gleich, über die heute in aller Welt geredet wird. Wir können gespannt sein, ob der ehemalige Wirtschaftsminister Glos auf seine Pensionsansprüche verzichtet oder ein Bundeskanzler a. D. Schröder auf seine Bezüge aufgeben wird, die sie sich mit ihrem Versagen „ verdient" haben. Es müssen Möglichkeiten geschaffen werden rückwirkend die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen und diese abzustrafen. Man stelle sich nur vor, der ehemalige Wirtschaftsminister Oskar Lafontaine, der heute mit dem Trecker über sein Anwesen kurvt und dabei den Kapitalismus verteufelt, aber trotzdem mit dafür verantwortlich ist, würde mit seinem persönlichen Reichtum, den er ja zweifellos hat, haftbar gemacht werden. Aber dies wird leider nie passieren ganz im Gegenteil - sie springen lieber auf den fahrenden Zug der Debatte auf, und fordern Manager auf ihre Bonuszahlungen zurückzuzahlen. Von denen hat keiner die Courage zu sagen: „Auch wir sind schuldig!" Die leben in ihrer eigenen Welt.

 

 

 

Aktualisiert ( Mittwoch, den 19. August 2009 um 14:29 Uhr )